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Sind Aflatoxine in Nüssen noch ein Problem?

Nüsse aus tropischen und subtropischen Regionen sind immer wieder mit dem Schimmelpilzgift Aflatoxin belastet. Da Aflatoxine toxisch und krebserregend sind, sollte die Aufnahme von belasteten Lebensmitteln vermieden werden.

Aflatoxine stellen eine der stärksten in der Natur vorkommenden Gifte und krebserregenden Stoffe dar. Sie werden von den Schimmelpilzen Aspergillus flavus und Aspergillus parasiticus als natürliche Stoffwechselprodukte gebildet. Da die Schimmelpilze bevorzugt in warmer und feuchter Umgebung gedeihen, sind besonders Lebensmittel aus tropischen und subtropischen Regionen betroffen wie Erdnüsse, Pistazien, Mandeln, importierte Hasel- und Walnüsse, Reis, Mais, Weizen, Hirse und Sojabohnen.
Durch das europäische Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel wird bereits ein Teil der belasteten Nüsse abgefangen, bevor sie nach Europa importiert werden. Die deutschen Lebensmitteluntersuchungsämter haben in den letzten Jahren vor allem in Erdnüssen aus Argentinien, China und Ägypten, in Pistazien aus dem Iran, aber auch in Haselnüssen erhöhte Aflatoxingehalte gefunden. Die zur Zeit der Messungen gültigen Höchstwerte für verzehrfertige Lebensmittel von 2 µg/kg für das Aflatoxin B1 und 4 µg/kg für den Gesamtgehalt an Aflatoxinen wurden jedoch nur von wenigen Proben überschritten. Häufiger wurden die Lebensmittelkontrolleure in verarbeiteten Produkten mit Nüssen wie dragierten Erdnüssen und Mandeln oder Nusskeksen fündig. Hier enthielt die Hälfte aller Proben Nüsse, die teilweise deutlich über den Höchstwerten lagen. Mittlerweile sind durch Anpassung an EU-Recht bei verzehrfertigen Mandeln, Haselnüssen, Paranüssen und Pistazien bis zu 10 µg Gesamtaflatoxine pro kg erlaubt.
Die Schimmelpilze gelangen sowohl vor der Ernte als auch bei unsachgemäßer, zu feuchter Lagerung in die Lebensmittel. Nach der Verpackung und im Haushalt kommt es in der Regel zu keiner weiteren Aflatoxinbelastung. Aflatoxine sind farblos und mit bloßem Auge für den Verbraucher nicht zu erkennen. Auch geschmacklich oder am Geruch sind die belasteten Nüsse nicht von unbelasteten zu unterscheiden. Nüsse mit dunklen Stellen, muffigem oder ranzigem Geruch deuten jedoch auf eine unsachgemäße Lagerung hin und sollten nicht verwendet werden. Ganze Nüsse sind zudem deutlich seltener belastet als gemahlene Ware. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sieht wegen der derzeit eher geringen Aflatoxinbelastung von Nüssen keine konkrete gesundheitliche Gefährdung der Verbraucher.

Literatur:
Bundesministerium für Risikobewertung. http://www.bfr.bund.de (eingesehen am 5.1.2011)
European Food Safety Authority. Aflatoxine in Lebensmitteln
(eingesehen am 22.12.2010)
Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Aflatoxin-Untersuchungen 2009: Nach wie vor Höchstmengenüberschreitungen bei einigen Lebensmitteln. (eingesehen am 22.12.2010)
Untersuchungsämter für Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit. Nüsse in neuen Gewändern? (eingesehen am 15.12.2010)
Verordnung (EU) Nr. 165/2010 der Kommission vom 26. Februar 2010
(eingesehen am 6.1.2011)

Quelle: UGB-Forum 1/11, S. 44

Foto: ExQuisine/Fotolia.com



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