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Rheuma

Ursachen noch ungeklärt

Unter dem Begriff Rheuma wird eine Vielzahl von Erkrankungen zusammengefasst, die das Stütz- und Bindegewebe des Bewegungsapparates betreffen. Etwa zehn Prozent der Erwachsenen in Deutschland leiden an einer Erkrankung des rheumatischen Formenkreises. Das klassische rheumatische Krankheitsbild ist die entzündliche Form (chronische Polyarthritis), die mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen der Gelenke sowie deren Deformation einhergeht. Frauen leiden etwa dreimal häufiger daran als Männer. In der Regel tritt die Erkrankung zwischen dem 35. und 55 Lebensjahr auf, es gibt aber auch rheumakranke Kinder. Bei den meisten rheumatischen Erkrankungen ist die Ursache noch immer unklar. Auf jeden Fall gibt es eine genetische Veranlagung. Als gesichert gilt auch, dass Autoimmunreaktionen am Entzündungsgeschehen der Gelenke beteiligt sind. Bakterielle Infektionen, Stress, Witterungseinflüsse, Traumen und hormonellen Belastungen sowie psychische Einflüsse können als Auslöser ebenfalls eine Rolle spielen.

Günstige Effekte auf den Verlauf der Erkrankung bzw. das Auftreten von Schmerzen werden für eine vegetarische Ernährung beschrieben. Studien konnten belegen, dass sich bei einer gezielten Zusammenstellung des Speiseplans die Morgensteifigkeit, die Zahl der geschwollenen Gelenke, Schmerzen sowie zum Teil auch die Entzündungswerte im Blut verringern.
Ernährung wichtiger Eckpfeiler der Rheumatherapie Ihre rheumatische Erkrankung lässt sich durch Ernährung zwar nicht heilen. Aber wenn Sie auf die Auswahl der richtigen Lebensmittel achten, können Sie Ihre Schmerzen und andere Symptome wie Gelenkschwellungen günstig beeinflussen. So können Sie selbst aktiv etwas gegen Ihre Beschwerden tun und benötigen möglicherweise weniger Medikamente.
In Ihrem Körper kommt es zu schmerzenden Entzündungen. Ein Übermaß an Arachidonsäure fördert den Entzündungsprozess in den Gelenken. Denn aus dieser Fettsäure werden im Stoffwechsel entzündungsauslösende und entzündungsfördernde Substanzen gebildet. Ein wichtiges Ziel ist es daher, die Aufnahme dieser Fettsäure möglichst gering zu halten. Arachidonsäure kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor, hauptsächlich in Fleisch. Besonders viel Arachidonsäure ist zudem in Eigelb, Schweineschmalz, Kalbs- und Schweineleber enthalten. Die Empfehlung lautet daher: Bringen Sie weniger tierische, dafür mehr pflanzliche Lebensmittel auf den Tisch.

Gegenspieler der Arachidonsäure sind die Omega-3-Fettsäuren, die hauptsächlich in Pflanzenölen und Fisch vorkommen. Sie sind in der Lage, die Verstoffwechselung der Arachidonsäure zu hemmen und stattdessen die Bildung entzündungshemmender Stoffe zu fördern. Das heißt, die Entzündungsprozesse in Ihren Gelenken werden abgemildert. Besonders effektiv wirken bestimmte Fettsäuren, die hauptsächlich in fettreichen Fischen wie Hering, Makrele, Tunfisch oder Lachs vorkommen. Positiv wirkt sich aber auch die alpha-Linolensäure aus, die hauptsächlich in Pflanzenölen wie Soja-, Raps-, Walnuss- oder Leinöl enthalten ist. Für Sie heißt das, dass Sie möglichst zweimal pro Woche eine Fischmahlzeit einplanen und Ihre Salale mit hochwertigen Pflanzenölen verfeinern sollten.

Bei Rheumapatienten kommt es zu einer erhöhten Bildung von Sauerstoffradikalen. Diese aggressiven Verbindungen fördern die Bildung entzündungsauslösender Stoffe. Wichtig ist daher, dass Sie reichlich so genannte Antioxidanzien aufnehmen, die diese Sauerstoffradikale unschädlich machen. Dazu zählen vor allem Vitamin E und C, Beta-Carotin, das Spurenelement Selen sowie zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe. All diese Stoffe nehmen Sie in ausreichender Menge auf, wenn Sie täglich mehrere Portionen Gemüse und Obst verzehren und bevorzugt zu Vollkornprodukten greifen. Ihre Speisen runden Sie am besten mit hochwertigen Pflanzenölen ab, die neben den oben genannten Omega-3-Fettsäuren auch reichlich Vitamin E liefern.

Da es bei vielen Rheumapatienten durch Medikamente zum vorzeitigen Knochenabbau - der Osteoporose - kommt, sollten Sie auch auf eine ausreichende Versorgung mit dem wichtigen Knochenbaustein Calcium achten. Wichtig ist daher, dass Sie Milch und Milchprodukte täglich in Ihrem Speiseplan berücksichtigen. Da auch Milchprodukte zu den tierischen Lebensmittel zählen und daher im Milchfett auch Arachidonsäure enthalten ist, sollten Sie die fettarmen Varianten bevorzugen. Während Kuhmilch mit 3,5 Prozent Fett in 100 Milliliter 4 Milligramm dieses Entzündungsstoffes liefert, ist in Kuhmilch mit 1,5 Prozent Fett nur die Hälfte vorhanden. Wenn Sie Milch nicht mögen oder nicht vertragen, lässt sich Ihre Calciumversorgung auch über ausgewählte pflanzliche Lebensmittel sichern. Dazu zählen Brokkoli, Fenchel oder Grünkohl, Haselnüsse, Mandeln und Sesam sowie calciumreiches Mineralwasser, das mehr als 150 Milligramm Calcium pro Liter enthält.

Es gibt Patienten, bei denen sich die rheumatischen Beschwerden durch bestimmte Lebensmittel verschlimmern. Wenn Sie dazu zählen, sollten Sie alle Lebensmittel vermeiden, bei denen sich Ihre Symptome verschlechtern. Zu den häufigsten unverträglichen Nahrungsmitteln in Mitteleuropa gehören Kuhmilch, Hühnerei, Fisch, Nüsse, Soja, Weizen sowie Gewürze.

Tipps für den Alltag

  • Wenn Sie zuviel Pfunde auf die Waage bringen, sollten Sie unbedingt versuchen, Ihr Normalgewicht zu erreichen, um Ihre Gelenke zu entlasten.
  • Essen Sie wenig Fleisch, maximal 1-2 mal pro Woche 100-150 Gramm. So können Sie die Aufnahme an Arachidonsäure reduzieren.
  • Verzehren Sie regelmäßig fetten Fisch, mindestens 2 mal pro Woche; dann nehmen Sie reichlich die für Sie günstigen Omega-3-Fettsäuren auf.
  • Planen Sie jeden Tag mehrere Portionen Gemüse und Obst in Ihren Speiseplan ein und bevorzugen Sie Produkte aus dem vollen Korn. So sind Sie optimal mit Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen versorgt.
  • Verzehren Sie ausreichend Milch und/oder Milchprodukte, etwa 1/2 Liter bzw. 500 Gramm täglich. So sichern Sie Ihre Calcium-Versorgung und die Knochen bleiben stabil.
  • Verwenden Sie hochwertige Pflanzenöle, insbesondere Soja-, Raps- oder Walnussöl. Sie sind reich an Omega-3-Fettsäuren und liefern gleichzeitig Vitamin E.

Werden Sie aktiv

Damit Sie trotz Ihrer Erkrankung fit und beweglich bleiben, sollten Sie auf ausreichend Bewegung achten. Wenn Sie regelmäßig körperlich aktiv sind, kurbeln Sie den Stoffwechsel Ihrer Knochen an, was zu deren Stabilität beiträgt. Sollten Sie spezielle krankengymnastische Übungen verordnet bekommen, bleiben Sie unbedingt am Ball. Regelmäßige Übungen sind notwendig, damit Ihr Körper und Ihre Gelenke elastisch bleiben.
Für den Stoffwechsel Ihrer Knochen ist es wichtig, dass täglich Sonnenstrahlen auf die Haut gelangen. Daher sollten Sie täglich etwas Zeit im Freien verbringen. Die Strahlen sind notwendig, damit der Körper Vitamin D produzieren kann. Dieses Vitamin sorgt dafür, dass das Calcium aus der Nahrung in den Knochen eingebaut wird. Auch wenn sich die Sonne nicht blicken lässt, tun Sie sich mit einem Aufenthalt im Freien etwas Gutes. Denn die UV-Strahlen kommen auch durch, wenn der Himmel bedeckt ist.
Gönnen Sie sich ausreichend Entspannung und genug Schlaf und sorgen Sie im Alltag dafür, dass Sie sich nicht überfordern. Denn Stress erhöht die Produktion von Sauerstoffradikalen, die sich wiederum negativ auf das Entzündungsgeschehen auswirken.

Weiterführende Informationen bekommen Sie bei folgenden Adressen: Deutsche Rheuma-Liga e.V., Maximilianstr. 14, D-53111 Bonn, Tel.: 0228-766060 im Internet unter: www.rheumaliga.de

Stand 2001

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