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Krebs

Krebs ist die zusammenfassende Bezeichnung für unterschiedliche bösartige Tumoren. Von dem unkontrollierten Zellwachstum können Körperregionen und Organe betroffen sein. Krebs ist in Deutschland wie in anderen westlichen Ländern nach Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems die häufigste Todesursache: Jedes Jahr erkranken fast 350.000 Menschen an Krebs und etwa 210.000 Menschen sterben daran. Bei Männern sind Lungen- und Prostatakrebs, bei Frauen Brust- und Gebärmutterhalskrebs die häufigsten Krebsarten; beide Geschlechter sind sehr häufig von Dickdarmkrebs betroffen. 30 bis 40 Prozent aller Tumoren werden durch falsche Ernährung ausgelöst oder begünstigt

Schädliche Einflüsse durch die Ernährung

Zu den problematischen Lebensmitteln zählen dunkelrotes Fleisch, tierisches Fett, ballaststoffarme und salzreiche Kost, bestimmte Fettsäuren sowie häufiges Braten und Grillen von Fleisch. Ein bedeutender Risikofaktor für Krebs ist außerdem Übergewicht. Nach neuesten Schätzungen ließen sich durch Einhaltung eines normalen Körpergewichts jährlich 21.000 Fälle von Darmkrebs und 13.000 Brustkrebserkrankungen vermeiden. Um das Auftreten von Krebserkrankungen zu senken, sind ein verminderter Tabakkonsum und eine gesunde Ernährungsweise die effektivsten Mittel. Als Schutzfaktoren werden eine Reihe von Substanzen diskutiert, die natürlicherweise in Nahrungsmitteln vorkommen. Dazu zählen u.a. Beta-Carotin, Vitamin A, C und E, Calcium, Selen, Ballaststoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und Milchsäure. Die Ernährungsweise kann sowohl helfen, einer Krebsentstehung vorzubeugen, als auch die bösartige Entartung von Krebsvorstufen zu hemmen sowie eine erneuten Ausbruch der Krankheit nach einer Genesung zu verhindern.

Ernährung wichtiger Eckpfeiler der Krebstherapie

Gesunde Ernährung ist ein wichtiger Bestandteil einer ganzheitlichen Krebstherapie. Sie kann Krebs nicht heilen, aber die Chancen zur Heilung verbessern und zu mehr Lebensqualität beitragen. Prinzipiell gelten die gleichen Ernährungsrichtlinien, die auch zur Krebsvorbeugung sinnvoll sind. Empfehlenswert ist eine vollwertige Ernährung. Das heißt, dass täglich reichlich Gemüse und Obst auf Ihrem Speiseplan stehen sollten. Nutzen Sie die jahreszeitliche Vielfalt der verschiedenen Arten von A wie Apfel bis Z wie Zucchini.
Bevorzugen Sie stets Produkte aus dem vollen Korn wie Vollkornbrot und -gebäck, Vollkornnudeln und anderes mehr, und gehen Sie mit Fett sparsam um. Tierisches wie Fleisch und Wurst sollte eher selten auf den Teller kommen, das gilt insbesondere für Gebratenes und Gegrilltes. Frische und wenig verarbeitete pflanzliche Lebensmittel sorgen dafür, dass Sie ausreichend Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe aufnehmen. Zu diesen Stoffen, die die Pflanze z. B. zur Abwehr von Schädlingen bildet, zählen Duft-, Farb- und Aromastoffe. Die sekundären Pflanzenstoffe stärken nicht nur nachweislich die Abwehrkräfte, sondern können an verschiedenen Stellen die Krebsentwicklung stören. Sie sind z. B. in der Lage, beginnende Zellentartungen (Präkanzerosen) rückgängig zu machen. Wenn Sie überwiegend pflanzliche Lebensmittel bevorzugen, nehmen Sie genügend sekundäre Pflanzenstoffe zu sich. Viele der wirksamen Stoffe sind hitze- und lichtempfindlich. Essen Sie daher eine großen Teil Gemüse und Obst unerhitzt.

Trotz Beschwerden ausgewogen essen

In den verschiedenen Phasen einer Krebstherapie können mehr oder weniger ausgeprägte Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Durchfälle, Geschmackstörungen oder Schluckbeschwerden auftreten. Ein wichtiges Ziel ist es, dass Sie trotz der Beschwerden versuchen, eine möglichst optimale Nährstoffzufuhr zu sichern und Mangelernährung und Gewichtsverlust zu verhindern. Unter Chemo- oder Strahlentherapie kommt es häufig zu Übelkeit und Erbrechen. Oft bereiten fette Gerichte, grobes, frisches Brot, alles Blähende (Hülsenfrüchte, aber auch Zwiebeln, Lauch und Kohl), Alkohol, Getränke mit zu viel Kohlensäure, scharfe Gewürze, sehr saures oder unreifes Obst Probleme. Bevorzugen Sie in dieser Zeit eher geruchsärmere kalte Speisen, um unangenehme Essensgerüche zu vermeiden. Erfahrungsgemäß können trockene Lebensmittel wie Knäckebrot, Brötchen oder Kekse das Unwohlsein lindern. Bei Übelkeit und Appetitlosigkeit kann es hilfreich sein, alle ein bis zwei Stunden kleine Portionen zu essen. Appetitlich angerichtete Speisen, persönliche Vorlieben und Gesellschaft tragen dazu bei, dass Sie mehr Lust am Essen gewinnen. Günstig ist es, wenn Sie viel Flüssigkeit, z. B. stilles Mineralwasser, Pfefferminz-, Kamillen oder Fencheltee über den Tag verteilt in kleinen Schlucken trinken.

Wenn Sie nach einer Bestrahlung unter Mundtrockenheit leiden, sind häufige kleine Schlucke Pfefferminztee und Zitronenwasser, auch während des Essens hilfreich. Sie befeuchten den Mund und regen den Speichelfluss an. Auch Kaugummis, saure Bonbons oder saures Obst helfen. Statt zu Milch greifen Sie lieber zu Sauermilch, Kefir, Cremespeisen und Sahne, da diese Produkte die Schleimbildung fördern. Trockene und krümelige Lebensmittel wie Kekse, Knäckebrot oder Kuchen sind eher ungeeignet. Bei Entzündungen im Mund sollten die Speisen nicht zu kalt oder heiß, zu salzig, zu sauer oder zu stark gewürzt sein. Cremesuppen, Brei, Kartoffel- und Karottenpüree, Schleim von Hafer, Reis oder Leinsamen sowie Apfelmus bereiten wenig Probleme. Kamillen- oder Leinsamentee beruhigen die entzündeten Stellen.

Behindern Kau- und Schluckprobleme Ihr Essen, sollten Sie Grobes, Hartes und Krümeliges lieber meiden. Besser geeignet sind Suppen, Breie oder pürierte Speisen. Dennoch sollten Sie intensiv kauen, um die Verdauungsenzyme anzuregen. Kleine Bissen erleichtern das Schlucken. Speisen wie frisch gekochtes, gut gekühltes Apfelmus oder gemischte Säfte, Milchmix- oder Quarkgetränke, die mit Mandelmus, Sahne, Sanddorn- oder Mango-Konzentraten angereichert oder mit Honig gesüßt sind, pflegen den gesamten Mund- und Rachenraum und liefern ausreichend Energie und Nährstoffe.

Essen ist aber nicht nur Nahrungsaufnahme, sondern es bedeutet auch Genuss und Lebensfreude. Wenn möglich, nehmen Sie sich die Muße Ihre Speisen schön anzurichten, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen und in Gesellschaft zu essen. So trägt das Essen auf jeden Fall zu mehr Lebensqualität bei. Und davon profitiert letztlich auch wieder Ihr Immunsystem.

Stärken Sie Ihre Abwehrkräfte

Nicht nur die richtige Ernährung hilft Ihnen, Ihre Erkrankung zu bekämpfen. Sehr wichtig ist Ihre innere Einstellung und Motivation, gegen den Krebs anzugehen. Gespräche in Therapie- oder Selbsthilfegruppen, aber auch Meditationen verschiedener Art, Atemgymnastik oder Entspannungstechniken helfen Ihnen dabei, Ihre Krankheit mental zu verarbeiten. Günstig ist es, wenn Sie sich regelmäßig bewegen, mindestens zwei bis drei Mal pro Woche. Denn körperliche Aktivität trägt dazu bei, die Rückfallhäufigkeit zu senken. Ausdauersportarten wie Joggen, Radfahren oder Schwimmen, aber auch Aerobic oder ein ausgiebiger Spaziergang sind gut geeignet. Gönnen Sie sich außerdem ausreichend Schlaf.

Weiterführende Informationen bekommen Sie bei folgenden Adressen:

Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e. V., Hauptstr. 44, D-69117 Heidelberg, www.biokrebs.de

Deutsche Krebsgesellschaft, Hanauer Landstr. 194, D-60314 Frankfurt, www.krebsgesellschaft.de

Deutsche Krebshilfe, Thomas-Mann-Str. 40, D-53111 Bonn, www.krebshilfe.de

Krebsinformationsdienst KID, Deutsches Krebsforschungszentrum, Im Neuenheimer Feld 280 , D-69120 Heidelberg, www.krebsinformation.de Dipl. oec. troph. Ulrike Becker Dipl. oec. troph. Wiebke Franz (c) UGB 2001

Stand 2001

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