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Gicht (Hyperurikämie)

Eine Gichterkrankung macht sich überwiegend an geschwollenen und schmerzenden Gelenken bemerkbar. Die Ursache für die Beschwerden sind Harnsäurekristalle, die sich in den Gelenken abgelagert haben. Harnsäure ist ein Abfallprodukt des Stoffwechsels, das beim Abbau von Zellkernen entsteht.

Harnsäureausscheidung gestört

Ein gesunder Organismus entsorgt die Harnsäure vorwiegend über die Nieren mit dem Urin. Bei Gichtkranken ist diese Ausscheidung gestört, und die Harnsäure sammelt sich im Blut an. Steigen die Werte auf über 6,5-7 Milligramm Harnsäure pro Deziliter Blut, kann die Säure zu so genannten Natriumuretat-Kristallen ausfallen. Diese lagern sich bevorzugt in den Gelenkkapseln, teilweise aber auch in den Nieren ab. Am häufigsten ist das Gelenk des großen Zehs betroffen. Treten die Gichtanfälle häufig und in kurzen Abständen auf, kommt es zu Schäden an Knorpeln und Knochen. Ist die Niere von Ablagerungen betroffen, können Harnsäuresteine langfristig zu Nierenversagen und Bluthochdruck führen. Ziel der Gichttherapie ist es daher, die Harnsäurewerte im Blut niedrig zu halten und so Gichtanfälle zu vermeiden.

Veranlagung und Lebensweise gelten als Auslöser

Ob Sie für Gicht anfällig sind oder nicht, ist angeboren. Männer sind etwa zehnmal häufiger betroffen als Frauen und auch das Alter spielt eine Rolle. Aber nicht alle Menschen mit einer Veranlagung für Gicht erkranken auch daran. Einen entscheidenden Einfluss auf die Entstehung hat Ihre Lebensweise. Besonders eine kalorienreiche Ernährung mit viel Fleisch und alkoholischen Getränken sowie wenig Bewegung gelten als Auslöser. Häufig tritt der erste Gichtanfall nach einer Feier auf, bei der man kräftig zugelangt hat. Aber auch Infekte, Stress und verschiedene Medikamente können einen Gichtanfall begünstigen.

Purinarm essen

Um chronische Schäden zu vermeiden, sollten Sie versuchen, die Harnsäurewerte im Blut möglichst gering zu halten. Dies erreichen Sie zum einen durch die Einnahme von Medikamenten wie den Urikosurika, die die Harnsäureausscheidung über die Nieren steigern, und den Xanthinoxidasehemmern, die die Bildung von Harnsäure verringern. Zum anderen können Sie durch Ihre Ernährung dazu beitragen, Gichtanfälle zu verhindern. Die wichtigste Regel lautet: Purinreiche Lebensmittel meiden.
Purine sind Bestandteile von Zellkernen und werden im Körper zu Harnsäure abgebaut. Einige Lebensmittel wie Fleisch und Hülsenfrüchte enthalten besonders viele Purine. Muskelfleisch von allen Tierarten oder Wurst sollten Sie daher höchstens einmal am Tag und in kleinen Portionen von etwa 100 Gramm essen. Innereien wie Nieren und Leber sowie einige Fischsorten wie Hering, Sprotten, Sardellen oder geräucherter Lachs und Miesmuscheln meiden Sie wegen des hohen Puringehaltes am besten ganz. Purinärmere Fische wie Kabeljau oder Seelachs können Sie sich gelegentlich schmecken lassen. Da sich in der Haut von Fischen und Geflügel besonders viele Purine verbergen, entfernen Sie die Haut am besten vor dem Verzehr.
Hülsenfrüchte wie getrocknete Bohnen, Linsen, Sojabohnen und Erbsen sollten Sie ebenfalls vom Speiseplan streichen. Auch einige Gemüsesorten wie Blumenkohl, Spinat, Brokkoli und Pilze können zur Purinaufnahme beitragen und sollten nur gelegentlich auf den Tisch kommen.
Am besten besorgen Sie sich aus der Buchhandlung eine Tabelle, in der die Purin- bzw. Harnsäuregehalte von Lebensmitteln pro Portion angegeben sind. Dann bekommen Sie schnell einen Überblick, welche Lebensmittel für Sie geeignet sind.
Achten Sie bei der Speisenzubereitung zudem darauf, dass nicht zuviel Fett ans Essen kommt. Mit fettreichen Zutaten wie Butter, Sahne, Eier, Käse, Wurst, Öl und anderem mehr sollten Sie sparsam umgehen. Auch das Braten von Lebensmitteln kann den Puringehalt erhöhen. Günstiger ist es, wenn Sie Fleisch und Gemüse in etwas Wasser dünsten.

Zu viele Kalorien und Alkohol meiden

Falls Sie zu viele Pfunde auf die Waage bringen, sollten Sie versuchen, etwas abzuspecken. Dies gelingt am besten, wenn Sie langfristig auf eine ausgewogene, fettarme vollwertige Ernährung achten und regelmäßige Bewegung in Ihren Alltag einbauen. Schnelle Crash-Diäten oder ungeleitete Fastenkuren sind für Sie ungeeignet. Sie können unter Umständen einen Gichtanfall auslösen. Ärztlich betreute Fastenkuren haben sich dagegen als durchaus günstig für Gichtkranke erwiesen. Bei vielen Patienten normalisiert sich die Harnsäurekonzentration im Blut, wenn das Übergewicht abgebaut wird.

Sind Ihre Harnsäurewerte sehr hoch, wird Ihnen Ihr Arzt ganz von Alkohol abraten. Denn alkoholische Getränke hemmen die Harnsäureausscheidung und erhöhen dadurch die Werte im Blut. Alle anderen Gichtpatienten sollten höchstens ein Glas Wein oder Bier pro Tag trinken. Auch alkoholfreies Bier ist nicht unbeschränkt erlaubt. Es enthält zwar keinen Alkohol, dafür aber Purine. Gönnen Sie sich statt dessen lieber eine spritzige Fruchtsaftschorle oder erfrischende Kräuter- und Früchtetees. Auch schwarzen Tee, Kaffee und Kakao können Sie unbeschwert genießen. Sie wirken sich entgegen früherer Ansicht nicht negativ auf die Harnsäurewerte aus.

Ernährung bei Gicht

  • Bauen Sie Übergewicht ab
  • Essen Sie höchstens einmal am Tag kleine Portionen Fleisch, Wurst oder Fisch
  • Vermeiden Sie Innereien wie Leber, Nieren und Bries
  • Essen Sie möglichst keinen Hering, Sprotten, Sardellen, geräucherte Forellen und Lachs sowie Miesmuscheln.
  • Entfernen Sie die Haut von Fisch und Geflügel.
  • Vermeiden Sie frische und getrocknete Hülsenfrüchte wie Erbsen, Linsen, Bohnen und Sojabohnen.
  • Trinken Sie möglichst wenig Alkohol, maximal ein Glas Bier oder Wein pro Tag

Maß halten

Bevorzugen Sie eine vollwertige Kost, bei der Nudeln, Reis, Kartoffeln, Brot, Gemüse, Obst, Eier und Milchprodukte im Vordergrund stehen. Und schlagen Sie nicht über die Stränge. Wer bei einem Fest zu tief ins Glas guckt oder sich beim Büfett mit geräuchertem Lachs oder Braten den Bauch vollschlägt, macht all die anderen Bemühungen zunichte. Toben Sie sich lieber beim Tanz oder im Gespräch aus, und halten Sie beim Essen und Trinken Maß. Dann wird es Ihnen keine Probleme bereiten, schmerzhafte Gichtanfälle zu vermeiden.

Weiterführende Informationen bekommen Sie bei Ihrer Krankenkasse.

Stand 2001

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