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Diabetes mellitus Typ 2

Der Typ-2-Diabetiker produziert zwar genug Insulin, das Hormon wirkt jedoch nicht richtig und wird von den Zellen der Bauchspeicheldrüse nur unzureichend freigesetzt. Bei entsprechender Veranlagung wird die verringerte Insulinwirkung durch eine zu kalorienreiche Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht verstärkt.

Wieso steigt der Blutzucker?

Wer an Diabetes mellitus erkrankt, bei dem ist die natürliche Regulation des Blutzuckerspiegels gestört. Normalerweise wird der Blutzuckergehalt im Blut von dem Hormon Insulin gesteuert. Es sorgt dafür, dass der Zucker bei Bedarf aus dem Blut in die Zellen transportiert wird und so der Gehalt im Blut relativ konstant bleibt. Der Typ-2-Diabetiker produziert zwar genug Insulin, das Hormon wirkt jedoch nicht richtig und wird von den Zellen der Bauchspeicheldrüse nur unzureichend freigesetzt. Bei entsprechender Veranlagung wird die verringerte Insulinwirkung durch eine zu kalorienreiche Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht verstärkt. Die Folge ist, dass die Konzentration des Zuckergehalts im Blut über das normale Maß ansteigt. Dies kann kurzfristig zu Schlappheit, Sehstörungen, Juckreiz, großem Durst und weiteren Symptomen führen. Gravierender sind jedoch die Schäden, die entstehen, wenn die Krankheit über Jahre hinweg nicht erkannt oder nicht richtig behandelt wird. Dann kann es zu schweren Sehstörungen, Nierenschäden sowie Schmerzen und Geschwüren an den Füßen kommen. Zudem haben Patienten mit schlecht eingestellten Blutzuckerwerten ein erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Ziel der Therapie ist es daher, die Konzentration des Blutzuckers zu normalisieren.

Als normal gelten:

nüchtern: 60 - 110 Blutzucker in mg/dl Blut

1 Stunde nach der Mahlzeit: bis 140 Blutzucker in mg/dl Blut

Essen und Therapie in Einklang bringen

Als Diabetiker müssen Sie prinzipiell nichts anderes essen als ein Stoffwechselgesunder. Ihre Ernährung muss jedoch auf die Therapie der Erkrankung abgestimmt sein, um Unter- und Überzuckerung zu vermeiden. Je nachdem, ob Sie Insulin spritzen oder Antidiabetika einnehmen, kann das auf den täglichen Speiseplan unterschiedliche Auswirkungen haben. Sinnvoll ist es, an einer Diabetikerschulung teilzunehmen. Dabei lernen Sie, wie Sie Ernährung, Bewegung und medikamentöse Therapie optimal aufeinander abstimmen können.

Wenn Sie Übergewicht haben, sollten Sie versuchen, überflüssige Pfunde abzubauen. Oft lassen sich allein dadurch die Blutzuckerwerte wieder normalisieren. Am sinnvollsten ist es, wenn Sie schrittweise Ihre Ernährungsgewohnheiten umstellen und mehr Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte in die tägliche Kost einbauen. Neben einer gesunden Ernährung sollten Sie auch auf ausreichend Bewegung achten. Die Bewegung hilft, Gewicht abzubauen und gleichzeitig wird die Wirksamkeit des Insulins verbessert. Eine Gewichtsabnahme von ein bis zwei Kilogramm im Monat reicht aus. Meist gelingt es beim allmählichen Abnehmen besser, das erreichte Gewicht zu halten. Vielleicht fällt es Ihnen leichter, gemeinsam mit anderen in einem entsprechenden Kurs abzunehmen? Sicher finden Sie in Ihrer Nähe ein geeignetes Angebot.

Viel Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkorn

Unabhängig davon, wie viel Gewicht Sie auf die Waage bringen, sollten Sie auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung achten. Sie hilft, das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und Spätschäden zu senken. Essen Sie täglich Obst, Gemüse und Getreideprodukte wie Haferflocken, Naturreis, Vollkornnudeln oder Vollkornbrot. Auch Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen, Bohnen, Kichererbsen oder Sojabohnen sind für Diabetiker ideal. Diese Lebensmittel enthalten reichlich Ballaststoffe, Vitamine sowie Mineralstoffe und haben einen niedrigen glykämischen Index. Das bedeutet, dass Sie den Blutzuckerspiegel nicht so stark in die Höhe schnellen lassen. Zudem liefern Obst, Gemüse, Getreide, Nüsse und pflanzliche Öle reichlich gesundheitsfördernde Substanzen. Diese tragen dazu bei, weiteren Schäden an den Zellen vorzubeugen. Ein Müsli mit Haferflocken, Obst und Joghurt oder Milch zum Frühstück, ein Risotto, Nudelauflauf oder Linseneintopf zum Mittagessen und ein Salat mit Vollkornbrot abends sind genau das Richtige für Sie. Auch Milchprodukte wie Joghurt, Buttermilch, Quark, Milch und Käse können täglich auf Ihrem Speiseplan stehen. Wegen ihres hohen Eiweiß- und teilweise auch Fettgehaltes sollten Sie sie jedoch eher sparsam genießen. Ein geringer Eiweißgehalt der Nahrung gilt als günstig, da hierdurch die Nieren geschont werden, die beim Diabetiker ohnehin gefährdet sind. Deshalb sollten auch Fleisch, Wurst und Eier möglichst nicht jeden Tag und nicht in zu großen Mengen auf den Tisch kommen. Bevorzugen Sie einmal in der Woche eine Fischmahlzeit, und probieren Sie öfter vegetarische Gerichte aus. So lässt sich in der Regel auch gleich Fett einsparen. Bevorzugen Sie für Salatsoßen und zum Andünsten Oliven- oder Rapsöl. Diese beiden Öle enthalten reichlich einfach ungesättigte Fettsäuren, die sich für Diabetiker als besonders wertvoll erwiesen haben. Auch Omega-3-Fettsäuren aus Fisch, Nüssen, Raps- und Sojaöl sind für Diabetiker empfehlenswert. Gesättigte Fettsäuren und Trans-Fettsäuren, wie sie in Fleisch, Wurst, vielen Knabberwaren wie Chips, Keksen, Schokolade und Kuchen vom Bäcker oder Supermarkt vorkommen, sollten Sie möglichst selten verzehren. Sie erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen.
Spezielle Diabetikerprodukte mit Fructose oder Süßstoffen bringen für Diabetiker keinen Vorteil und sind daher überflüssig.

Empfehlenswerte Lebensmittel

Häufig:

  • Gemüse
  • Obst
  • Vollkornflocken
  • Vollkornbrot
  • Hülsenfrüchte wie Erbsen, Linsen, Bohnen
  • Naturreis, Vollkornnudeln, Kartoffeln
  • Milchprodukte wie Joghurt, Milch, Käse
  • Fisch
  • Nüsse oder Pflanzenöl, in kleinen Mengen

Nicht zu häufig:

  • Fleisch, Wurst
  • Eier
  • Kuchen, Gebäck
  • Süßigkeiten
  • Alkohol

Selten oder gar nicht:

  • Fertiges Gebäck, Kekse, Kuchen mit gehärteten Fetten
  • Knabberwaren wie Chips, Flips, Cornflakes
  • spezielle Diabetikerprodukte

Aktiv werden

Letztendlich können Sie als Diabetiker genau das essen, was Ihr Partner oder Ihre Familie auf dem Speiseplan stehen haben. Denn die oben aufgeführten Empfehlungen sind für alle gesund. Denken Sie aber auch an Ihr Wohlbefinden. Essen sollte Spaß machen und Sie nicht zu sehr in Ihren Aktivitäten einschränken. Gut ist es, wenn Sie regelmäßig Sport treiben. Experten empfehlen 3-4-mal pro Woche mindestens 20-30 Minuten körperlich aktiv zu sein. Geeignet sind beispielsweise Walken, Joggen, Fahrrad fahren, Schwimmen, Wandern und Gymnastik. Verschiedene Studien haben ergeben, dass sich dadurch die Wirksamkeit des Insulins verbessern lässt.

Weiterführende kostengünstige Literatur bekommen Sie bei Ihrer Krankenkasse. Ihr Arzt oder der Deutsche Diabetiker Bund, Danziger Weg 1, D-58511 Lüdenscheid kann Ihnen sicherlich Kontaktadressen von Selbsthilfegruppen verschaffen. Auch unter der Internetadresse www.diabeticus.com finden Sie zahlreiche Informationen rund um das Thema Diabetes.

Stand 2001

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