Interview
UGB-Trainingsseminar: Lernen durch Rollenspiele

In diesem Trainingsseminar durchleben die Teilnehmer spielerisch typische Beratungssituationen. Wir sprachen mit Seminarleiterin Maria Schmitz darüber, warum die Simulation realistischer Szenarien für Kursleiter einen so außergewöhnlichen Lernerfolg bringt.

Frau Schmitz, warum setzen Sie so häufig
Rollenspiele in Ihren Seminaren ein?

Rollenspiele sind hervorragend geeignet, Verhalten im geschützten Rahmen unserer Seminare zu trainieren. Ich vergleiche das oft mit Fahrradfahren mit Stützrädern. Die Teilnehmer können verschiedene Handlungsoptionen ausprobieren, sie dürfen experimentieren. Das ist in der Realität ja nur schwer möglich. Da sollten Verhaltensweisen gelebt werden, die bereits durchdacht und sinnvoll sind. Aber in Seminaren ist ein breites Verhaltensspektrum möglich. Außerdem ist diese Methode auch eine der effektivsten Lernmethoden.

Welche Besonderheiten hat diese Methode
für Sie als Lernmethode?

Rollenspiele bieten ein enormes Spektrum. Nehmen Sie zum Beispiel die Beratungsgespräche, die simuliert werden. Die Fragestellungen kommen entweder aus der Praxis einzelner Seminarteilnehmer oder werden gemeinsam ausgewählt. Zwei Personen führen dann das Beratungsgespräch im Rollenspiel durch. Die Zuschauer beobachten, was wie geschieht. Im anschließenden Auswertungsgespräch werden unterschiedliche Wahrnehmungen und Aspekte zusammengetragen. Manchmal wird dann mit verteilten Rollen noch einmal gespielt oder es werden andere Verhaltensweisen ausprobiert. Durch Beobachtung, Diskussion und konstruktives Feedback für die Rollenspieler ist der Lerneffekt für alle Seminarteilnehmer enorm. Ein Rollenspiel ist lebendig - das kann kein Vortrag oder Buch ersetzen.

Fällt es den Teilnehmern nicht schwer, sich
vor einem Publikum in Rollen darzustellen?

Das ist richtig. Manch einer muss sich erst überwinden, braucht vielleicht einen kleinen Motivationsschub. Zum Glück haben wir in unseren Seminaren aber stets eine angenehme Atmosphäre des wohlwollenden Miteinanders. Es ist fantastisch zu beobachten, wie die Seminarteilnehmer durch die Rollenspiele wachsen und sicherer werden, wie sie lernen, flexibler mit Verhaltensweisen umzugehen - und wie sie dann letztlich auch Spaß am Spielen gewinnen.

Sie setzen auf Wunsch Videotechnik ein -
wird dieses Angebot von den Teilnehmern genutzt?

Weil die Videotechnik für viele Teilnehmer neu ist und sie sich selbst noch nie auf dem Bildschirm gesehen haben, achten Thomas Männle und ich auf einen behutsamen Umgang mit dieser Methode. Aus diesem Grund ist auch die Teilnahme an zwei anderen Seminaren Voraussetzung; dadurch haben die Teilnehmer unsere Arbeitsweise im Trainingsseminar "Beratung und Motivation" und im Trainingsseminar "Kommunikation" oder "Konfliktfähigkeit" kennen gelernt. Das schafft Vertrauen und ermöglicht einen Einstieg in die Thematik Rollenspiele auf einem inhaltlich hohen Niveau. Der Einsatz von Videotechnik wird daher als zusätzlicher Gewinn gerne angenommen.

Für wen ist das Trainingsseminar Rollenspiele geeignet?
Das Seminar ist für alle Personen geeignet, die ihr Verhaltensspektrum erweitern oder auch überprüfen wollen. Sich selbst einmal zuzuschauen, ist für viele Teilnehmer interessant. Außerdem profitieren alle vom Erfahrungsaustausch und von konstruktivem, kollegialen Feedback. KursleiterInnen, die in ihren Veranstaltungen Rollenspiele als Methode einsetzen möchten, erhalten im Seminar das notwendige Handwerkszeug, um Rollenspiele gewinnbringend anzuleiten.

Frau Schmitz, vielen Dank für das Gespräch!

Mehr Infos über das Trainingsseminar und eine Anmeldmöglichkeit finden Sie hier.



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