Bisphenol A: Dick durch Umwelthormone?

Dipl. oec. troph. Ulrike Becker, B.Sc.oec.troph. Ulrich Bartl

Dick wird, wer mehr Energie aufnimmt, als er verbraucht. Wenn sich zu viele Pfunde ansammeln, liegt dies zum großen Teil an falschen Essgewohnheiten. Nun steht mit Bisphenol A jedoch ein chemischer Stoff im Verdacht, an der Entstehung von Übergewicht beteiligt zu sein.

Bisphenol A verbirgt sich in vielen Verpackungen von Lebensmitteln. Als Ausgangssubstanz des weit verbreiteten Kunststoffs Polycarbonat findet es sich beispielsweise in Babyflaschen, Mikrowellengeschirr, Plastikdosen oder Getränkeflaschen aus Kunststoff. Auch in Epoxidharzen, die für Beschichtungen eingesetzt werden, ist Bisphenol A enthalten. Daher kommt die umstrittene Substanz sowohl in der Innenbeschichtung von Konserven- und Getränkedosen, in Metalldeckeln von Gläsern und Flaschen vor als auch in der Oberflächenbeschichtung von Trinkwasserspeichertanks und Weinfässern.


Der Wissenschaftler Frederick vom Saal von der University of Missouri-Columbia glaubt, dass das steigende Übergewicht in den Industrienationen nicht allein mit falschem Ernährungsverhalten zu tun habe. Vielmehr sei von einer Vergiftungserscheinung durch Chemikalien auszugehen. Als Hauptschuldigen präsentiert der Professor für Biologie Bisphenol A. Er fand heraus, dass Frauen mit einer hohen Konzentration an Bisphenol A im Blut mehr Gewicht auf die Waage bringen als Frauen mit niedrigen Werten. Kinder von stark mit Bisphenol A belasteten Müttern werden dicker als der Nachwuchs von unbelasteten Frauen. Auch im Tierversuch zeigte sich, dass Mäuse mit BPA im Futter deutlich an Gewicht zunahmen.

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