Biologische Vielfalt: Wie viel ist sie (uns) wert?

Dipl.-Volksw. Jochen Flasbarth

Nahrung, sauberes Wasser, fruchtbare Böden, Brennstoffe und Medikamente - all dies liefert uns die Natur kostenlos und frei Haus. Erst jetzt, wo die biologische Vielfalt bedroht ist, wird uns ihr Wert bewusst. Wirtschaftsexperten haben berechnet: In die Natur zu investieren lohnt sich auch ökonomisch.


Foto: M. Kazim/Fotolia.com

Bereits im Jahr 2002 haben die Staats- und Regierungschefs beim Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung in Johannesburg beschlossen, den anhaltenden Verlust der biologischen Vielfalt bis zum Jahr 2010 entscheidend zu verringern. Trotz dieses Bekenntnisses schreitet die Zerstörung von Tier- und Pflanzenarten, Lebensräumen und der genetischen Vielfalt weltweit voran. Dieser Verlust hat folgenschwere Auswirkungen. Denn die biologische Vielfalt ist die "Datenbank der Natur", sie ist Rohstoffbasis einer wachsenden Weltbevölkerung und Lebensversicherung vor allem für die Menschen in armen Ländern. Neben ökologischen, ethischen und existenziellen Werten hat sie daher auch knallharte ökonomische Werte. So liefert sie kostenfrei Dienstleistungen wie sauberes Wasser, fruchtbare Böden, Brennstoffe und Medikamente. Allein der weltweite Handel mit Medikamenten auf pflanzlicher Basis beläuft sich auf jährlich etwa 500 Milliarden US-Dollar. In der TEEB-Studie "The Economics of Ecosystems and Biodiversity" hat der indische Ökonom Pavan Sukhdev berechnet, dass die rund 100.000 Schutzgebiete der Erde die Menschen mit Dienstleistungen des Ökosystems im Wert von 4,4-5,2 Billionen US-Dollar pro Jahr versorgen. Die Investitionen, die notwendig sind, um diese Leistungen zu erhalten, betragen nur etwa ein Prozent des Wertes der Erträge. Die Welt ist reich genug, um diese Kosten zu bezahlen - sie ist aber zu arm, um die Folgen unterlassenen Umweltschutzes zu schultern!

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Quelle: Flasbarth, J.: UGB-Forum 3/2009, S. 58-61

Aktuelle Informationen zum Thema Ökologische Landwirtschaft erhalten Sie auch auf dem Symposium "Im Fokus: Functional Food, Alkohol und Kaffee, Bioqualität, Vegetarismus", 24.- 26. September 2010 in Edertal

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