Vitamin B12: Manchmal wird es knapp

Dr. oec. troph. Markus Keller

Vitamin B12 (Cobalamin) spielt eine wichtige Rolle bei der Zellteilung, der Blutbildung und der Funktionsfähigkeit des Nervensystems. Dabei ist der Cobalaminstoffwechsel eng mit dem des Vitamins Folat verbunden. Bei einem Mangel sind nahezu alle Zellen des Organismus beeinträchtigt. Ein Mangel entwickelt sich in drei Stufen: Zunächst entleeren sich die Speicher, bevor es zu metabolisch-funktionellen Störungen kommt. Erst dann zeigen sich klinische Symptome. Ein schwerer Mangel an Vitamin B12 kommt in unseren Breiten nur selten vor. Ein latenter Mangel, bei dem noch keine klinischen Symptome erkennbar, aber die biochemischen Marker bereits verändert sind, ist jedoch viel häufiger als bisher gedacht. Die größte Risikogruppe sind ältere Menschen.

Ferner können Vegetarier, insbesondere Veganer häufiger betroffen sein. Denn Vitamin B12 kommt nahezu ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor. Pflanzliche Lebensmittel enthalten allenfalls Spuren von Cobalamin. Auch Lupinenprodukte, Sanddorn, Bierhefe und die meisten Meeresalgen sind keine verlässlichen Quellen. Veganer sollten deshalb eine sichere Vitamin-B12-Quelle in ihre Ernährung einbauen. Nach derzeitigem Erkenntnisstand ist dies nur durch Supplemente und/oder angereicherte Lebensmittel möglich. Alle Personen, die einer Risikogruppe angehören, sollten ihre Vitamin-B12-Versorgung alle zwei bis drei Jahre überprüfen lassen.

Quelle: Keller, M.: UGB-Forum 2/2008, S. 58-61

Aktuelle Informationen zum Thema erhalten Sie auch auf dem Symposium Im Fokus: Functional Food, Alkohol und Kaffee, Bioqualität, Vegetarismus", 24.- 26. September 2010 in Edertal

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