Fasten hält jung

Dr. med. Martha Ritzmann-Widderich

In den letzten Jahren haben Wissenschaftler verschiedene Mechanismen erforscht, die dem Altern zugrunde liegen. Dabei zeigte sich, dass sich viele Alterserscheinungen durch unsere Lebensweise positiv beeinflussen lassen. Regelmäßiges Fasten kann hierbei wesentliche Effekte erzielen.

Viele Mechanismen der Alterungsprozesse lassen sich durch regelmäßiges Fasten positiv beeinflussen. Nach einem anfänglichen Anstieg zu Beginn des Fastens sinken beispielsweise die Spiegel der Stresshormone, die das Altern begünstigen, deutlich ab. Gleichzeitig steigt die Bildung der Gewebe verjüngenden Hormone wie DHEA und Wachstumshormon STH an.

Fortwährende Entzündungsvorgänge führen zu vorzeitiger Alterung aller Zellen und Gewebe. Fasten wirkt sich auch hier positiv aus. So zeigten Tierstudien bei Kalorienrestriktion und bei wiederholtem Fasten, dass sich zellschädigende Substanzen wie die AGEs verringerten und Mitochondrien ihre Aktivität steigerten. Zudem löst Fasten die Produktion sogenannter Sirtuine aus, das sind Enzyme, die wesentlich an der Regeneration und dem Überleben von Zellen und Erbgut beteiligt sind. Fasten reduziert also den oxidativen Stress, indem durch komplizierte Vorgänge auf molekularer Ebene die Bildung freier Radikale vermindert wird. Dabei erhöht sich die allgemeine Stressresistenz verschiedener Zellen und Organe. Weitere positive Wirkungen der Nahrungspause sind eine Senkung des Blutdrucks, verbesserte Stoffwechselparameter wie Reduktion von Serumlipiden und Blutzucker sowie eine erhöhte Insulinsensitivität. Fasten schützt auch den Herzmuskel und seine Funktion. Studien konnten zudem nachweisen, dass Entzündungsparameter rückläufig sind. Auch auf den psychischen und neurologischen Bereich wirkt sich die Nahrungspause positiv aus.

Quelle: Ritzmann-Widderich, M. UGB-FORUM 1/09 S. 39-41

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