Allein 1990 verkauften deutsche Apotheken für mehr als 100 Millionen Mark rezeptfreie Eisenpräparate. Das Geld für die Pillen könnten sich die Kunden sparen. Denn: Ob die Pillen sinnvoll sind oder sogar die Gesundheit schädigen, darüber streiten die Wissenschaftler noch.
Gesund und fit bis ins hohe Alter will jeder gerne sein. Doch ob dafür zusätzliche Mineralstoffe nötig sind, scheint fraglich. Ein Überangebot schadet sogar mehr, als es nutzt.
Antioxidative Substanzen wie Beta-Carotin, Vitamin C und E in Lebensmitteln können das Risiko für Arteriosklerose verringern. Zur Vorbeugung sollten nährstoffreiche Lebensmittel bevorzugt werden, da die Wirksamkeit von Vitamin- und Mineralstoffpräparaten nicht ausreichend belegt ist.
Mit konventioneller Mischkost sind die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zur Zufuhr von Folsäure in der Schwangerschaft nicht zu erreichen. Ob die Vollwert-Ernährung den erhöhten Bedarf vollständig deckt, ist bislang noch nicht geklärt. Bei einer Schwangerschaft sollte der Frauenarzt überprüfen, ob eine Folsäureeinnahme notwendig ist.
Pfirsichen, Karotten oder Paprika geben Carotinoide ihre rote und gelbe Farbe. Die Früchte sehen nicht nur gut aus, sondern nützen auch der Gesundheit. Über die gesundheitliche Bedeutung für den Menschen wissen Wissenschaftler aber erst relativ wenig.
Benötigen wir heute mehr Nährstoffe als früher, oder reicht es aus, nährstoffreiche Lebensmittel zu essen? Wir fragten den Ernährungswissenschaftler Dr. Andreas Hahn, was er von Vitamintabletten und Mineralstoffpräparaten hält.
Gesundheit, Schönheit und Vitalität versprechen die Hersteller von Vitamintabletten und Mineralstoffdragees. Das Angebot auf diesem zweifelhaften Gesundheitsmarkt boomt wie nie zuvor. Das heißt aber noch lange nicht, daß Nahrungsergänzungen tatsächlich notwendig sind.