Es gibt sie noch: Bio-Lebensmittel, die 100 Prozent frei sind von gentechnischen Verunreinigungen. Doch um saubere Erzeugnisse zu gewährleisten, müssen Biolandwirte und -hersteller großen Aufwand betreiben. Die Kosten haben die Biokunden zu tragen.
Dank der beschleunigten landwirtschaftlichen Produktion sind Lebensmittel heute an jedem Ort zu jeder Zeit verfügbar. Doch dieser vermeintliche Erfolg ist teuer erkauft. Pflanzen und Tieren bleibt immer weniger Zeit zum Wachsen; Bäuerinnen und Bauern werden zu gehetzten Zeitsparern.
Beinahe monatlich kommen neue Lebensmittelskandale ans Licht. Mal sind es mit Dioxin verunreinigte Eier oder verdorbenes Fleisch, mal sind es pestizidverseuchte Gemüse oder illegaler Genreis. Oft schaffen die unüberschaubaren Strukturen der Lebensmittelwirtschaft den Boden für die Skandale. Kann Bio uns davor schützen?
Bewusste Verbraucher greifen zu Bioprodukten, um die ökologische Landwirtschaft zu unterstützen und möglichst unbelastete Lebensmittel zu bekommen. Aber ist Bioware eigentlich fair gehandelt? Und gibt es für faire Produkte ökologische Kriterien?
Verschmutzte Flüsse,Schadstoffe in Lebensmitteln, Kinderarbeit und ausgebeutete Plantagenarbeiter - meist fühlen wir uns diesen Problemen machtlos ausgeliefert. Doch mit einer gezielten Lebensmittelauswahl kann jeder etwas für eine lebenswerte Zukunft tun.
Mit unserer Ernährungsweise lösen wir - bewußt oder unbewußt - gesundheitliche, ökologische, ökonomische und soziale Wirkungen aus. Durch gezieltes Einkaufen und vollwertige Ernährung können wir eine nachhaltige Ernährung fördern.
Immer mehr Verbraucher erkennen die Vorzüge ökologisch erzeugter Ware. Die höheren Preise für Bio-Produkte stoßen jedoch häufig auf Unverständnis. Warum sind Lebensmittel aus ökologischem Anbau so teuer? Verdienen sich die Bio-Bauern etwa goldene Nasen?
Prof. Claus Leitzmann, Leiter des wissenschaftlichen Beirats des UGB, unterstützt einen Appell für den Ausstieg aus der Massentierhaltung. Der vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) organisierte Appell wird bislang von 485 Professoren verschiedener wissenschaftlicher Fachrichtungen getragen. Sie fordern den Wandel hin zu einer sozial-ökologischen Landwirtschaft und eine Neuausrichtung der Agrarsubventionen nach Tier- und Umweltschutzstandards.